Familienbotschaft-MV

Live-Chat zum Thema: "Hate Speech und Fake News - Hassreden und gefälschte Nachrichten in der digitalen Welt - wie kann ich mein Kind davor schützen?"

Der Chat ist hiermit beendet.

Wir bedanken uns bei Christian Heincke vom Projekt "Helden statt Trolle", Heike Habeck vom Regionalzentrum für demokratische Kultur / Landkreis und Hansestadt Rostock und Michél Murawa vom Ausstiegs- und Distanzierungsprojekt "JUMP", dass sie uns für diesen Chat zur Verfügung standen.

 

 

 
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    Hallo an das Chatteam,
    welche Internetseiten könnten Sie den Fachkräften zur Information an die Hand geben? Mir persönlich gefällt www.internet-abc.de sehr gut.
    Mit freundlichen Grüßen
    Carmen

    Hallo Carmen,

    hier mal eine Auflistung von Webseiten für Fachkräfte:

    www.klicksafe.de
    www.jugendschutz.net
    www.amadeu-antonio-stiftung.de
    www.bpb.de
    www.juuuport.de
    www.helden-statt-trolle.de (für junge Erwachsene)

    Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gern an uns.

    Chatteam
  • 1

    Ist es angesichts von immer mehr Social Bots überhaupt sinnvoll, mit Gegen-Narrativen auf Hate Speech ubnd fake news zu reagieren? Füttert man damit nicht die Bots?

    Hallo Jan,

    das ist ein interessantes Phänomen um das man heutzutage leider nicht mehr herumkommt. Als erstes müsste man herausfinden ob es ein Social Bot ist. Wenn ich das merke kann ich z.B. bei Facebook diesen Social Bot melden. Einen Social Bot kann man durch offene Fragen und durch Gegen-Narrativen / Gegenargumentation erkennen. Gegen-Narrative (Gegenerzählung) kann man gegen Social Bots nicht einsetzen aber wenn ich damit echte Menschen erreichen kann, dann ist das auf jeden Fall sinnvoll.

    Mit einem Social Bot lohnt keine weitere Kommunikation mehr (es sei denn ich habe keine andere Wahl, z.B. werden einige im Kundenbereich eingesetzt um FAQ zu beantworten). Ein Social Bot ist eine künstliche Intelligenz über die aufgeklärt werden sollte. Eine Wissenseite dafür finden Sie unter www.helden-statt-trolle.de/wissen.

    Dann muss ich mich fragen worauf mein Handeln zielt. Ich schaffe es nicht einen Social Bot zu "besiegen" aber wenn ich die anderen (echten) Menschen in diesen Chat erreichen möchte, dann lohnt es sich auf jeden Fall.

    Chatteam
  • 1

    Guten Tag,

    die Überschrift des Chats trifft meine Frage bereits auf den Punkt. Was kann ich als Vater tun, um meine Kinder davor zu schützen? Kann ich das überhaupt? Ich kann ja nicht ständig kontrollieren was sie online machen...

    LG Volker

    Hallo Volker,

    das ist eine Frage die sicherlich vielen Eltern durch den Kopf geht. Eine reine Kontrolle der Kinder ist nicht die Lösung. Sie können ihre Kinder vorbereiten und begleiten. Vertrauen Sie Ihren Kindern und sprechen sie mit ihnen. Bereiten sie ihre Kinder auf den Handygebrauch vor und besprechen sie grundlegende Dinge. Was würde ich tun wenn es analog passiert und übertragen sie diese Schritte auf die digitale Welt. So wie es im analogen Bereich die Verkehrsregelungen gibt, gibt es in der digitalen Welt auch Verhaltensregeln.

    Bei der Menge an potentiellen Einflüssen sind Filter notwendig. Dieser Filter kann gesteuert werden oder durch permanente Überforderung herausgebildet werden. Letzteres wollen wir vermeiden und aus diesem Grund sollten Sie mit ihren Kindern sprechen. Ein dritter wäre ein unterstützender technischer Filter, z.B. eine Blockierfunktion bei WhatsApp oder Alterseinstellungen bei mobilen Geräten. Ihre Kinder müssen digitale Beleidigungen nicht ertragen.

    Auf der Seite "Helden statt Trolle" (www.helden-statt-trolle.de/aktiv-werden/schuetze-dich-im-netz/) finden Sie Hinweise für den Schutz im Netz.

    Chatteam
  • 1

    Liebes Expertenteam,

    woran erkenne ich überhaupt Fake News? Das erscheint mir in der heutigen Zeit wirklich sehr schwer...

    Was kann ich tun wenn ich entweder Fake News oder Hate Speech im Netz sehe? Gibt es da von Ihnen ein paar Tipps?

    LG

    Hallo Anna,

    als erstes sollte man auf sein Bauchgefühl achten. Wenn ich mich weiter damit auseinander setzen möchte, dann sollte ich mich den weiteren Schritten widmen.
    1. Bei Fake News sollte man erst einmal die Quelle prüfen.
    2. Kann ich die Quelle zuordnen?
    3. Worauf wird die Nachricht verlinkt?
    4. Findet man die News auch in anderen Suchmaschinen?
    5. Welche Art des Textes ist es? Ein Kommentar kann einseitig sein aber eine Meldung darf aus journalistischer Sicht nicht einseitig sein.

    Ziehen Sie sich immer mehrere Perspektiven heran, um eine Nachricht auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Nutzen Sie z.B. den ARD Faktenfinder. Dieser deckt Fake News auf. Wenn es um Bilder geht, kann man die Google Bildersuche rückwärts nutzen. Bei Videos ist der YouTube Data Viewer vewendbar. Die Datenbank www.hoaxmap.org ist eine weitere Möglichkeit die Fake News aufdeckt. 


    Zum Thema Hate Speech: Fake News dienen immer als Argumentation für Hasskommentatoren.

    Das Projekt "Helden statt Trolle" (www.helden-statt-trolle.de) klärt auf zu dem Thema Fake News. Online und in der Schule vor Ort. 

     

     

    Chatteam
  • 1

    Erstmal finde ich es gut, dass ihr euch mit dieser Thematik befasst.
    Nun zu meinen Fragen:

    1. Wie kann ich meine Kinder davor schützen, dass sie selbst von Hassmails oder falschen Behauptungen getroffen werden?
    Im Alltag der Kinder und Jugendlichen sind Smartphones immer dabei - in der Schule, auf Wandertagen oder Klassenfahrten. So können unangemessene oder peinliche Fotos durch Andere in sozialen Netzwerken hochgeladen werden.

    2. Was haltet ihr von dem gesetzlichen Verbot der Handys in der Schule - wie gerade in Frankreich erlassen?

    Hallo Tina,

    vielen Dank für Deine Fragen. Zu der ersten Frage möchten wir sagen, dass es keinen Komplettschutz gibt. Wichtig ist Sensibilisierung und Aufklärung von Hassbotschaften und Fake News (falsche Behauptungen). Im ersten Schritt ist es wichtig die Sachlage in der Familie oder im Bekannten-, Freundeskreis zu besprechen. Der zweite Schritt bei extremen Vorfällen könnte dann zu Experten führen, z.B. JUMP - Ausstiegsprogramm, Regionalzentren der einzelnen Landkreise.

    Wenn das Kind sich persönlich angegriffen fühlt dann sollten Eltern sofort handeln und Hilfe suchen z.B. bei der Polizei vor Ort. Sobald es Unsicherheiten gibt dann wenden Sie sich gern an unsere Beratungsstellen (Regionalzentren und JUMP).

    Die Kinder müssen aufgeklärt werden über die Möglichkeiten Inhalte oder Fotos in den Messenger zu blocken etc. Die Familie und die Schule sollten das Thema aufgreifen. Das Projekt "Helden statt Trolle" kommt auch in die Schule und unterstützt die Schulen und Lehrer*innen bei der Kompetenzstärkung zum Umgang mit Hassrede und Fake News.

    Nun zum zweiten Teil der Frage. Wir sind gegen strikte Verbote sondern es sollten Regeln aufgestellt werden. An bestimmten Stellen ist der Einsatz von mobilen Geräten duchaus sinnvoll, z.B. das Handy im Unterricht zu Recherchezwecken einzusetzen oder Lern-Apps zu nutzen. Wichtig wäre aus unserer Sicht diese Regeln gemeinsam aufzustellen mit Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern.

    LG

    Chatteam